So
18
Jun
Jesus machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus, sowohl die Schafe als auch die Rinder; und das Geld der Wechsler schüttete er aus, und die Tische warf er um; und zu den Taubenverkäufern sprach er: Nehmt dies weg von hier, macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus! Seine Jünger aber erinnerten sich daran, dass geschrieben steht: „Der Eifer um dein Haus wird mich verzehren.“
Johannes 2,15-17

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Das zweite Kapitel des Johannes-Evangeliums zeichnet ein kontrastreiches Bild: Zuerst sorgt der Sohn Gottes für Freude auf einer Hochzeit und anschließend vertreibt Er mit einer Geißel die Tiere aus dem Tempel(bezirk). Beide Ereignisse haben eine tiefere Bedeutung: Die Hochzeit in Kana lehrt uns, dass der Mensch nicht in der Lage ist, sein eigenes Glück zu sichern; die zweite Szene in Jerusalem zeigt uns, dass der Mensch Gott beraubt, wenn er aus gottesdienstlichen Einrichtungen Profit schlagen will.

Gott hatte im Gesetz angewiesen, dass der Zehnte in Form von Geld an den „Wohnort Gottes“ gebracht werden sollte, wenn für den Israeliten aufgrund der Entfernung eine Reise mit Tieren nicht möglich war (5. Mose 14,22 ff.). Die Opfertiere konnten dann vor Ort gekauft und dargebracht werden. Diese Ausnahmeregelung billigte aber keineswegs die habsüchtigen Praktiken, die sich hier im Tempel zeigten.

Der Herr setzt sich mit Eifer für die Sache und Ehre seines himmlischen Vaters ein. Alles, was dem entgegensteht, kann Er nicht dulden; es muss weichen.

Eins können wir von dem Handeln Jesu lernen: Wenn Gottes Ehre auf dem Spiel steht, dann ist falsch verstandene Toleranz fehl am Platz. Die Bibel, das Wort Gottes, muss in allem unser Maßstab für unser Handeln sein und wie wir etwas beurteilen. Sie fordert nicht nur dazu auf, freundlich und barmherzig zu sein, sondern – wenn nötig – auch das Böse böse zu nennen und sich davon zu distanzieren.