Sa
26
Mai
Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. Denn es steht geschrieben: „So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir wird sich jedes Knie beugen, und jede Zunge wird Gott bekennen.“ So wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben.
Römer 14,10-12

Verantwortung

„Jeder von uns für sich selbst“ – das bedeutet: Für die Taten anderer sind wir nicht verantwortlich, aber wir können auch die Verantwortung für unsere eigenen Verfehlungen nicht auf andere abschieben. Jeder wird sich vor dem Richterstuhl Gottes ganz persönlich für seine Lebensführung verantworten müssen.

Doch der Mensch hat die Neigung, sich nicht immer voll für seine Taten verantwortlich zu fühlen – für Geschehnisse mit positivem Ausgang schon eher als für solche mit negativen Folgen. So gibt es viele Ausreden, aber keine davon wird Gott anerkennen. Die Tatsache, dass die meisten Menschen ihr Leben ohne Gott führen oder dass die Medien uns ein solches Leben in vielen Sendungen „schmackhaft“ machen wollen, nimmt nichts von unserer Verantwortung weg. Selbst wenn der Vorgesetzte oder die staatlichen Behörden etwas von uns verlangen, was Unrecht ist, entbindet uns das nicht von unserer persönlichen Verantwortung. Das haben auch die „Nürnberger Prozesse“ gegen die Hauptkriegsverbrecher gezeigt. Damals wollten sich viele Angeklagte damit herausreden, nur auf Anweisung gehandelt zu haben. Zwar sollen wir uns den staatlichen Anordnungen fügen, aber es gibt auch Grenzen dafür, denn „man muss Gott mehr gehorchen als Menschen“ (Römer 13,1; Apostelgeschichte 5,29). Die Eigenverantwortung bleibt bestehen.

„Jeder von uns für sich selbst“ – keiner kann sich herausreden, keiner sich auf andere berufen, keiner ungünstige Umstände oder unschuldige Neigungen geltend machen. Gott misst unser persönliches Handeln an seinen ewig gültigen Maßstäben.