So
19
Mär
Und ich kannte ihn nicht; aber der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf wen du den Geist herniederfahren und auf ihm bleiben siehst, dieser ist es, der mit Heiligem Geist tauft. Und ich habe gesehen und habe bezeugt, dass dieser der Sohn Gottes ist.
Johannes 1,33.34

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Als Jesus mit Wasser getauft wird, geschieht das Außergewöhnliche: Der Heilige Geist als Person kommt „wie eine Taube“ auf Christus. Dieses sichtbare Zeichen markiert den Beginn des öffentlichen Auftritts und Dienstes Jesu. So wie in alttestamentlichen Zeiten Priester, Propheten und Könige mit einer Ölsalbung in ihr Amt eingesetzt wurden, so erfüllt sich hier die Prophezeiung Jesajas: „Siehe, mein Knecht …, mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat: Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt“ (Jesaja 42,1).

Das Alte Testament teilt uns manches über Waschungen mit. Aber die Taufe mit Wasser, wie Johannes sie durchführte, war ein neuer Auftrag, der direkt von Gott kam. In absehbarer Zeit würde noch eine ganz andere Taufe stattfinden: Die Taufe mit Heiligem Geist fand zehn Tage nach Christi Himmelfahrt in einem Haus in Jerusalem statt, wo die Gläubigen sich versammelt hatten. Der Apostel Paulus fasst dieses einmalige Ereignis später wie folgt zusammen: „Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie“ (1. Korinther 12,13).

Mit Heiligem Geist zu taufen, dazu war kein Mensch befugt als nur der Sohn Gottes. Doch was beinhaltete die Taufe mit Heiligem Geist? Es geht bei dieser Taufe nicht um die verändernde Kraft des Heiligen Geistes, der bei den Glaubenden eine Neugeburt bewirkt (vgl. Johannes 3,5). Die Geistestaufe war ein einmaliges Ereignis, aber alle, die seit Pfingsten zum Glauben an Christus kommen, haben Anteil daran: Sie bilden gemeinsam den „Leib Christi, die Versammlung (Gemeinde) Gottes“ – einen mit Leben erfüllten Organismus.