So
30
Apr
Jesus sah Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem kein Trug ist. Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich. Nathanael antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels.
Johannes 1,47-49

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Nathanael, der „Mann unter dem Feigenbaum“, gehört zu denen aus dem Volk Israel, die eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber dem Messias eingenommen haben. Er ist ein Jude, der es genau nimmt. Als er von Jesus hört, fragt er sich: Ist es möglich, dass der verheißene Messias aus Nazareth kommt? – Er will sich selbst ein Bild von Ihm machen.

Jesus hilft Nathanael dabei, indem Er ihm deutlich macht, dass Er ihn durch und durch kennt. Nathanael hat es mit dem allwissenden Sohn Gottes zu tun, vor dem „kein Geschöpf unsichtbar ist, sondern alles ist bloß und aufgedeckt“ – auch unser Inneres (Hebräer 4,13).

Der Herr stellt Nathanael ein gutes Zeugnis aus: ohne Trug, also ein aufrichtiger Mensch. Was würde Jesus Christus über Sie sagen? Er kennt ja auch Ihre verborgenen Motive. Sündlos ist tatsächlich keiner, das war auch Nathanael nicht. Aber Ehrlichkeit und ehrliches Fragen sind gute Voraussetzungen für uns, um im Glauben weiterzukommen.

Nathanael ist überrascht über das, was er hört. Normalerweise schauen sich Menschen nur vor den Kopf. Doch jetzt lernt er den Messias kennen – und seine Vorurteile verschwinden wie der Nebel vor der Sonne. Noch will ihm nicht einleuchten, welche Verbindung der Messias mit Nazareth hat; aber er hat keine Zweifel: Er hat es mit dem Sohn Gottes zu tun. Der Sohn Gottes selbst würde der König Israels sein, so wie es schon im Alten Testament vorhergesagt ist (Psalm 2,6.7).