Fr
30
Sep
Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Wenn der HERR der wahre Gott ist, so wandelt ihm nach; wenn aber der Baal, so wandelt ihm nach!
1. Könige 18,21

Gott hatte sein Volk durch eine Naturkatastrophe aufgerüttelt. Seit dreieinhalb Jahren war kein Regen mehr gefallen. Die Hungersnot war verheerend. Ob sie wohl verstanden, warum? Ein Jahrhundert zuvor hatte König Salomo bei der Einweihung des Tempels in Jerusalem zu Gott gebetet: „Wenn der Himmel verschlossen ist und kein Regen sein wird, weil sie gegen dich gesündigt haben, und sie beten … und bekennen deinen Namen …, so höre du im Himmel und vergib die Sünde deiner Knechte“ (2. Chronika 6,26.27). Jetzt war es so weit. Auf dem Berg Karmel fand eine öffentliche Auseinandersetzung statt zwischen Gott und dem Götzen Baal, zwischen Elia, dem einzigen Propheten des wahren Gottes, und den 450 Propheten des Baal. Jetzt war die Gelegenheit, zu Gott umzukehren. Doch das Volk war unschlüssig. Mit wem sollten sie es halten? Da war Elia, der das Heil Gottes verkündigte. Nein, das wollten sie sich nicht verscherzen. Eigentlich wussten sie schon, wer Gott ist. Aber dort stand der König Ahab mit seinen Baalspropheten. Sollten sie es sich mit ihrem Herrscher verderben? Wehe dem, der den König gegen sich hatte! Und Elia redete immer nur von Umkehr und Gericht! Da unterbricht die Frage ihr Zaudern: „Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten?“ Dringlichkeit spricht aus den Worten des Propheten. Es ist Gott, der durch Elia zur Entscheidung ruft. – Aber ist Gott nicht langmütig? Allerdings! Doch Gott warten lassen, weil Er geduldig ist, heißt Ihn verspotten. Gott ist langmütig, damit jeder Gelegenheit hat, zu Ihm umzukehren, aber nicht, damit jemand die Entscheidung hinausschiebt. – Wenn einer verloren geht, dann nicht, weil Gott nicht lange genug gewartet hätte!